Unangenehmes kommuniziert man nicht gern, das ist sowohl im Privaten als auch im Geschäftsleben so. Wenn man aber ein eher negatives Thema hat und es mitteilen muss, dann zahlen sich Transparenz und Ehrlichkeit aus. Das macht langfristig oft sogar erfolgreicher. Was das mit Salat zu tun hat? Das zeigt dieses Praxisbeispiel, gerade selbst erlebt!

Wie fange ich Kostenerhöhungen und Umsatzeinbußen in der Gastro auf?

Die Corona-Hygienevorschriften verursachen Gaststätten zusätzliche Kosten – mehr Aufwand für Desinfektion, breitere Abstände, Reservierungssysteme, Nachhalten der Gastdaten, um nur einige zu nennen. In dieser Situation gingen die Gastwirte in unserem oberbayerischen Urlaubsort die Speisekarten durch und  entdeckten eine Möglichkeit für höhere Einnahmen. Nicht einfach alle Preise erhöhen, das verschreckt ja die Gäste. Nein, zwei Gaststätten kamen auf die Idee, den Salat nicht mehr als Standardbeilage zum Gericht aufzuführen.

Ein Lokal behielt alle bisherigen Preise (ja, als Stammgäste seit vielen Jahren kennt man die Speisekarten und die Preise …) bei. Nahm einfach den Salat heraus, den konnte man jetzt separat bestellen. Kostenpunkt 3,50 Euro. Macht also eine Preiserhöhung des Gerichts, beispielsweise Schnitzel mit Pommes Frites (11,80 Euro), auf nunmehr 15,30 Euro.

Das andere Lokal senkte die bisherigen Preise um jeweils 2 Euro. Und verlangte für den Salat (zwei Varianten) 3,50 oder 4,50 Euro. Also im Endeffekt auch eine Preiserhöhung, zum Beispiel bei den Kässpatzn, von vorher 11,80 Euro auf nun 9,80 plus 4,50 Euro = 14,30 Euro.

Die Kommunikation macht den Unterschied

Im ersten Lokal sagte die Kellnerin auf unsere Nachfrage „Ja, viele Gäste wollten gar keinen Salat. Deswegen haben wir es auf Kundenwunsch getrennt.“
Wie gesagt, wir sind seit vielen Jahren Stammgäste – und hatten noch nie gesehen, dass jemand seinen Salat abbestellte, oder gar nicht aß.

Im zweiten Lokal antwortete der Kellner „Wir konnten unsere Preise nicht mehr halten. Corona hat so viel Mehraufwand verursacht. Und im Zuge dessen haben wir jetzt auch Speisen und Salat getrennt, Sie können wählen.“

Jetzt ist es sicher nicht schwer zu raten, wo wir fortan Essen gingen, beziehungsweise wer unser Verständnis und unsere Sympathien hatte.

Unangenehme Nachrichten transparent und ehrlich kommunizieren

Dieses kleine Erlebnis zeigt: einfach ehrlich mitteilen, was man zu sagen hat. Ist es ein nachvollziehbarer Grund, dann zeigt auch der Kunde Verständnis. Hat er dagegen das Gefühl, für dumm verkauft zu werden, hat man den Kunden sehr schnell verloren. Ehrlichkeit zahlt sich eben doch aus!