Die Corona-Krise hat uns alle überrollt. Das Arbeitsleben, das private Leben – alles wurde auf den Kopf gestellt. Jeder war betroffen, selbst wenn man nicht erkrankte. Unsere Agentur bekam es durch Auftragsverschiebungen, Stornierungen und plötzlichem und kompletten Home Office zu spüren. Um Kosten zu sparen, haben viele Unternehmen erst einmal die Marketingbudgets herunter gefahren. Verständlich, denn auch wir wußten am Anfang nicht, wie es weitergeht. Im Privaten kämpften wir mit Kita-Schließungen und Kinderbetreuung rund um die Uhr. Jeder tat sein Bestes, die Corona-Zeit gut zu überstehen. In der Zeit entstand unser Gemeinwohl-Projekt „Leben & Co“.

Von der Idee zum Journal, das älteren Menschen in Nürnberg Mut machen will

Die letzten Monate waren für alle schwer, für ältere Menschen – egal ob zuhause oder in einem Heim lebend – umso mehr. Sie haben Angst vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus oder dessen Folgen. Soziale Kontakte fehlten, der gewohnte Zeitvertreib fiel aus. Oft wussten sie gar nicht, an wen sie sich mit einer Frage oder einem Anliegen wenden sollten.

So haben wir uns gefragt, wie wir als Marketing-Menschen helfen können. Denn wir sehen  Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung nicht nur bei unseren Kunden, sondern auch bei uns selbst! Daher überlegten wir uns, wer betroffen ist und für welche Zielgruppe es wenige Angebote gibt. Da war sehr schnell klar, dass wir etwas für ältere Mitbürger machen werden. Jeder spricht zwar von einer „besonders gefährdeten Risikogruppe“ – mit ihren Sorgen, und auch ihrer Langeweile bleiben Seniorinnen und Senioren aber oft allein!

Arabelle Herkner hatte die Idee zu einem Printmagazin „Leben & Co“, mit Verbreitung in Nürnberg, Zielgruppe 75plus. Diese Senioren haben oft keinen Zugang zu den digitalen Medien, besitzen kein Smartphone, daher die Entscheidung für Print.

Leben & Co macht älteren Menschen in Nürnberg Mut

Unterstützer finden

Gut, die Idee war da. Unsere Bereitschaft, unser Tatendurst auch. Aber allein konnten wir es nicht auf die Beine stellen. Inhalt? Verteilung wo und wie? Und last but not least die Kostenübernahme für entstehende externe Kosten, Druckkosten beispielsweise oder Bildrechte.

Daher wandte sich Magnus Hetz an Birgit Kretz, Türen Öffnen, Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA). Sie stellte sofort den Kontakt zu Angelika Thiel, Stadt Nürnberg Seniorenamt, her. So wurde aus der Idee ein Projekt, das sehr schnell Gestalt annahm.

Inhalte von „Leben & Co“ definieren

Da das Journal in Nürnberg verteilt werden sollte, wollten wir, dass sich auch viele Inhalte um Nürnberg drehen, beispielsweise Redaktionelles zum Dutzendteich. Und flugs wurde auch ein Wortgitter mit Nürnberger Berühmtheiten kreiiert. Dazu kamen Bewegungsübungen, weitere Rätsel, Gedächtnisspiele und Tipps rund um Corona – vom „Positiven des Maskentragens“ bis hin zu „Polizei warnt vor Betrügern“. Wichtig auch eine Auflistung aller relevanten Telefonnummern und Kontaktdaten zu Hilfsangeboten rund um die Pandemie. Denn genau das vermissten viele ältere Mitbürger – das wussten wir aus Gesprächen mit unseren Eltern, Schwiegereltern und Großeltern.

Finanzierung sicherstellen – eine Herausforderung!

Die Finanzierung dieses Projektes war eigentlich die größte Herausforderung. Alle Beteiligten des Projektteams, auch wir, stellten ihre Arbeit pro bono zur Verfügung. Aber die externen Kosten mussten trotzdem gedeckt werden. Hier galt es „Klinken putzen“. Wir wollten die 48 Seiten werbefrei halten, keine Anzeigen hereinnehmen, das war uns wichtig.

Letztendlich fanden wir durch die Unterstützung von Birgit Kretz, die als Brückenbauerin zwischen Wirtschaft und sozialen Projekten Kontakt zu vielen Unternehmen hat, die sich sozial engagieren, die Universa und die Consorsbank als Finanzierungs-Partner. Den größten Teil der niedrigen vierstelligen Kosten übernahm aber das Seniorenamt der Stadt Nürnberg. Und wir freuten uns über einen Druckkosten-Zuschuss vom UrbanLab U1.

Es ist geschafft, das Projektteam von Leben & Co ist sehr froh und stolz

Verteilung realisieren – Netzwerke sind da Gold wert

Das Heft mit seinen 48-Seiten ist kostenlos für die Empfänger. Aber wie erreichen? Man kann ja schlecht hinter die Briefkästen schauen, ob auch wirklich ein älterer Mitbürger dort wohnt. Und nur an Altenheime oder Pflegeheime geben würde viele potentielle Leser, die einsam in ihren Wohnungen sitzen, außen vor lassen. Daher war der Kontakt zu den Nürnberger Seniorennetzwerken und Seniorentreffs Gold wert! Sie fieberten nach Ankündigung dem „Leben & Co“-Erscheinen entgegen, und übernahmen dann die Distribution. So kam unser Heft auch wirklich zu den Personen, die etwas davon haben! Vielen Dank an Mareen Bähr und Angelika Thiel und dem gesamten Seniorenamt der Stadt Nürnberg für die tolle Unterstützung.

Positive Resonanz

Wir hätten nicht gedacht, dass es von der ersten Idee (Mitte April) bis zum Erscheinen doch rund 2 Monate dauerte. In der dritten Juniwoche wurde unser Herzensprojekt „Leben & Co“ als kostenloses Journal an 5.000 Nürnberger Senioren und Seniorinnen verteilt.

„Leben & Co“ ist vorerst als einmalige Ausgabe geplant. Kommt sie gut an, dann können wir, das ganze Projektteam, uns durchaus eine Fortsetzung vorstellen. Unsere Hoffnung war: „Leben & Co“ bringt etwas Freude und Abwechslung in den Alltag der älteren Mitbürger Nürnbergs. Das scheint zu gelingen, die ersten Resonanzen waren sehr positiv.

Für uns als nachhaltige Marketingagentur media4nature war es wichtig, etwas zu tun. Und wir wollten zeigen, dass Unternehmen etwas tun können. Soziales Engagement ist immer individuell und sieht ganz unterschiedlich aus. Und was wir gelernt haben: zusammen auch mit vollkommen unbekannten Beteiligten kann etwas extrem Tolles entstehen. Man muss es nur machen.

In diesem Sinne an alle da draußen, viel Spaß beim MACHEN!

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