Twitter, gestartet als Kurznachrichtendienst, wurde erst mit der exzessiven Nutzung durch den US-amerikanischen Präsidenten so richtig populär. Und die ganze Welt lernte, dass man über Twitter Personalentscheidungen kommuniziert, andere Staatsoberhäupter loben oder kritisieren kann, schneller und effektiver als im persönlichen Gespräch, ganz zu schweigen von Pressemitteilungen. Und noch ein Vorteil: man erreicht sehr schnell viele viele Menschen und nicht nur den Adressaten. Deswegen starten wir heute unsere kleine Serie Social Media-Wissen auch mit Twitter – dieser leider unterschätzten Social Media-Plattform.

Fakten zu Twitter

  • Nutzer D: 2,8 Mio. (1,4 Mio./Tag), davon 80 % mobil
  • ungefähr noch einmal so viele Personen lesen auf Twitter mit, ohne selbst zu posten oder einen Account zu haben
  • Altersschwerpunkt liegt bei 25 bis 34 Jahren, eher Männer, hoher Anteil Journalisten (24,6 % weltweit)
  • oft gemischte Nutzung privat/geschäftlich
  • Anteil Fake- und inaktive Accounts ist gering
  • 77% der Twitter-Nutzer nehmen eine Marke positiver wahr, wenn ein Reaktion auf ihren Tweet durch die Marke erfolgt
  • Tweets mit Bildern bekommen 150% mehr Retweets als Tweets ohne Bilder
  • der durchschnittliche Twitter-Nutzer folgt fünf Unternehmen
  • Twitter-Nutzer sind täglich mehrmals, aber immer nur kurz, aktiv. Kein Browsen.

Twitter Basics

Wie viel Textumfang / Anzahl Zeichen enthält der optimale Tweet?
Maximal 280, empfohlen sind circa 100 je Tweet

Sind Links erlaubt?
Ja, sie sind zulässig. Gern auch – sofern ausreichend Zeichenplatz vorhanden ist – nicht als Kurzlink, sondern komplette URL. Stete Wiederholung prägt den Unternehmens-, Marken- oder Websitenamen ein.

Muss jeder Tweet ein Bild enthalten?
Gern auch mal ein Bild, nicht immer, aber öfter mal. Es erhöht die Sichtbarkeit und Retweet-Chance.

Soll ich Emojis hineinnehmen?
Je nach Inhalt des Tweets – wenn es passt, gern!

Wie viele Hashtags sind optimal?
Maximal 2, wenn sinnvoll. #Ein #Text nur mit#Hashtags ist #schwerer #lesbar. Achtung: bei mehr als 3 Hashtags oder dreimal nacheinander denselben 3 Hashtags erfolgt vorübergehende Sperre (Stand: April 2020)

Wie oft soll ich tweeten?
Am Besten täglich. Interagieren – mehrmals am Tag.

Was ist wichtig, um erfolgreich bei Twitter zu sein?
Das Wichtigste überhaupt: Spaß haben am Twittern. Die Follower ernst nehmen, sich über jeden freuen. Und über jede Interaktion. Egal ob es sich um ein Unternehmen oder eine Privatperson handelt, um einen Firmenaccount oder ob jemand privat tweetet – wenn es nicht gerade ein Bot ist, sitzt ein Mensch da und reagiert genau wie jeder Mensch auf Aufmerksamkeit, Anerkennung usw.

Warum soll ich häufig selbst tweeten oder interagieren?
Das erhöht die Sichtbarkeit – jede Minute kommen Tausende von Tweets neu dazu. Je mehr Accounts man selbst folgt, desto mehr Tweets bekommt man in seine Timeline eingespielt. Dabei arbeitet Twitter nicht zeitlich linear – als User bekommt man die „besten Tweets“ oben angezeigt. Also die, die Twitter anhand der gezeigten Vorlieben (dem, was man vorher geliked oder mit wem man interagiert hat) herausfiltert. Alternativ kann man umstellen auf „neueste Tweets“. Diese werden dann zeitlich linear angezeigt. In beiden Fällen rutschen die Tweets aber recht schnell nach unten – und damit außerhalb des Gesichtsfeldes. Und wer scrollt schon weit nach unten?
Also: kräftig liken, antworten, retweeten. Mit einem Wort: interagieren. Das liebt Twitter („yeah, ein aktiver User!“) und schlägt diesen Account zusätzlich auch häufig anderen Nutzern zum Folgen vor.

Wann ist die beste Zeit zum twittern?
Eigentlich immer. Wenn es darum geht, wann der eigene Tweet die höchste Beachtung findet – wochentags: zwischen halb 8 und halb 9, halb 12, gegen16 Uhr. Und am Wochenende: Sonntag ca. 17 Uhr.

Noch ein paar Tricks zu Twitter

  • Immer mal nach rechts gucken -> dort stehen die Trends.
    Passt einer – Post dazu machen mit # des Trends
  • Öfter mal zum Antworten animieren. Fragen stellen. Kleine Umfragen einstreuen.
  • Wichtige Posts können oben angepinnnt werden
    (rechts Pfeil, „an dein Profil anheften, bleibt bis abgeheftet wird)

Do´s, um auf Twitter erfolgreich zu sein

  • Liken. Retweeten. Antworten
    -> Interagieren!
  • Fremde Inhalte zum eigenen Thema teilen.
  • Fremde Inhalte, die interessant für die Zielgruppe sein können, teilen.
  • Bei sinnvollen Challenges mitmachen. Auch mal selbst eine ins Leben rufen.
  • Für Unternehmen / Brands: Wettbewerber mit gleicher Zielgruppe und Zielen suchen – wer folgt? Liken und kommentieren Sie die Beiträge dieser Follower-Profile.

Dont´s auf Twitter

  • Zur falschen Uhrzeit oder Samstag posten. Kann man machen, muss sich dann aber nicht über wenig Reaktion wundern.
  • Sich in Unterhaltungen ohne sinnvollen Input mischen.
  • Unaufgefordert DN (Direktnachrichten) versenden. Vor allem eine DN mit „Danke fürs Followen. Übrigens, ich habe da noch ein ganz tolles Video/einen Shop auf …/eine Mega-Website“ wirkt nur abschreckend.
  • Mehr als 2 Hashtags verwenden.
  • Zu lange inaktiv sein.

So, das waren die Basics aus unserer Sicht zu Twitter. Nächste Woche geht es weiter mit Instagram.

Und wer unseren Twitteraccount noch nicht kennt – dort twittert der Agenturhund Klärchen.