Papier – kennt jeder. Nutzt jeder. Und seit vielen Jahren sind wir daran gewöhnt, Papier nicht in den Hausmüll zu werfen, sondern ins Altpapier. Fürs Recycling, klar. Aber wussten Sie, wie viele Liter Wasser sie mit jedem Blatt Papier „entsorgen“? Das, und viele andere faszinierende Fakten über Papier, haben wir mal recherchiert:

Seit wann gibt es Papier?

Das ist gar nicht so einfach … Die ersten papierähnlichen Unterlagen aus Pflanzenfasern oder Pergament werden auf das Jahr 3.500 vor Christi datiert. Papier in unserem Sinne, also aus Holz gewonnen, ist erstmals im Jahr (circa) 200 vor Christi belegt. Und im 12. Jahrhundert wurde in Spanien die erste erwähnte Papiermühle Europas betrieben. Das älteste erhaltene Papierdokument ist sogar noch älter, es stammt aus dem Jahr 1109.

Wer hat das Papier erfunden?

Auch hier gibt es unterschiedliche Wahrheiten, je nachdem, wie man Papier definiert. Die Ägypter mit den Vorläufern aus Pflanzenfasern oder Pergament? Die Chinesen? Die Spanier mit ihrer Papiermühle?

Woraus besteht Papier?

Der Haupt-Rohstoff ist Holz. Inzwischen experimentiert man aber auch mit Gras, Grünschnitt, Hanf – komplett oder als Beimischung. Die gewonnenen Fasern werden entwässert, zu einem Vlies verarbeitet, verdichtet, getrocknet, erneut verarbeitet. So wird z.B. die natürliche Färbung durch Bleichung aufgehellt.

Wie viel Wasser braucht man zur Herstellung von 1 kg Papier?

Obwohl bei der Papierherstellung „entwässert“ wird, wird dabei sehr viel Wasser verbraucht. Unvorstellbare 3.000 Liter sind es je kg Papier.

Wie oft ist Papier recycelbar?

Beim Recyclingvorgang wird das Papier eingeweicht, zu Brei gestampft und wieder verdichtet / getrocknet. Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Darstellung! Dazu kommt der Deinking-Prozess usw. Basis bleiben aber immer die selben Fasern, die durch jeden Recyclingdurchlauf weiter zerrupft werden. Nach 5 bis 7 Aufbereitungsdurchläufen ist dann Schluss – die Fasern sind dann zu kurz, um nochmals verdichtet zu werden.

Also ist digital immer besser als Print, weil es Wasser und Holz spart?

So pauschal kann man das nicht sagen. Erstens kommt es auf das Papier an – neu oder Recyclingpapier. Zweitens darauf, ob beim Print ökologische Farben genutzt wurden. Und drittens auf den Energieinsatz. Denn jeder Click verursacht einen Energieverbrauch. Nämlich Strom beim User, und ebenso Energie für die Server beim Anbieter des Inhalts. Der WWF hat aktuell festgestellt, dass eine Printausgabe des WWF-Magazins umweltfreundlicher ist als die Digitalausgabe, wenn sie länger als 27 min. gelesen wird.

Außerdem wird ein gedrucktes Medium eher an zusätzliche Leser weitergereicht als eine Digitalausgabe. Je mehr Leser eine Printausgabe hat, desto besser wird die Ökobilanz – denn digital sind es wieder neue Clicks, neues Streaming usw.

Im nachhaltigen Marketing: Papiersparen um jeden Preis?

Ein Printmailing wiegt in der Regel (aus Portogründen) maximal 20 Gramm. Das wären vom Wasserverbrauch – rein rechnerisch – 60 Liter. Bei einem Newsletter fällt kein Wasser für die Herstellung an. Unterstellen wir aus Vereinfachungsgründen einmal, dass der Energieverbrauch gleich hoch wäre, unabhängig ob Printmailing oder Online-Newsletter.

Ein Mailing, wenn es gut gemacht ist, hat eine Responsequote von 2 %. Ein Newsletter dagegen liegt bei 0,5 %. Hier ist nicht die Öffnungsquote / Clickrate gemeint, sondern die Reaktions-/Anforderungsquote. Das sind unsere Erfahrungswerte in der Zielgruppe Kunden / Interessenten für Finanzdienstleistungen, Angebot einer neuen Geldanlage. Also Punkt für Print.

Und ein Mailing, eine Kundenzeitschrift legt man leichter mal neben hin, um sie sich in Ruhe am Wochenende anzuschauen. Ein Newsletter ist ausgerichtet auf schnelle Reaktion „ja, will ich / nein, uninteressant, löschen“. Hier punktet die Haptik, das tatsächliche „in-der-Hand-halten“ gegenüber dem Digitalen.

Setzt man also bei Print-Aktionen Recyclingpapier ein, sowie umweltfreundliche Farben und Druckverfahren, so kann die Printaktion – und damit das Papier – gewinnen. Wichtig ist nur, sich im Vorfeld genau zu überlegen: was ist Ziel der Aktion? Welche Zielgruppe spreche ich an? Welche Kosten habe ich, welche Response (Umsatz) erwarte ich mir?

Auf jeden Fall ist eines wichtig: achtsam mit Papier umgehen. Denn die verwendeten Ressourcen Holz und Wasser sind kostbar. Lieber Papier beidseitig beschreiben, den Platz ausnutzen und nicht ein fast leeres Blatt wegwerfen. Und wenn entsorgen, dann bitte ins Altpapier, zum Recycling!

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