Green Marketing wollen viele Anbieter realisieren, bei einigen kommt dann aber leider Green Washing heraus. Manchmal ist es ein einfacher Fall von „gut gemeint, nicht gut umgesetzt“. Manchmal aber ist es auch ein Fall von „bewusst Ökologie und Nachhaltigkeit vorgaukeln, um damit bessere Geschäfte zumachen“. Wie erkenne ich nun, wer es ernst meint, und welches Produkt / welche Dienstleistung / welche Marketingaktion ein klarer Fall von Green Washing ist?

Definition Green Washing

Etwas wird „grün gewaschen“, das heißt, es wird ökologisch & umweltfreundlich dargestellt, obwohl es in Wahrheit nicht der Fall ist. Klassisches Beispiel ist RWE vor ein paar Jahren mit der Kampagne „VoRWEggehen“, die den Eindruck erwecken sollte, RWE sei ein Pionier und stark bei Ökostrom. Dabei kam der größte Anteil des RWE-Umsatzes und -Ertrags aus dem fossilen Energie-Sektor. Vor allem die Rodung des Hambacher Forstes und die Räumung diverser Dörfer für die Kohlegewinnung zeigte deutlich, dass RWE eher Hinterhergehen bedeutet.

Daran erkennt man Green Washing

  1. Die Aussage stimmt nicht mit dem übrigen Geschäftsgebaren überein.
    Beispiel: die o.g. RWE-Kampagne
  2. Die „Green“-Kampagne hat keinerlei Bezug zum angebotenen Produkt.
    Beispiele: Nutella-Deckelbapperl sammeln für Artenvielfalt, Radiosender Antenne Bayern pflanzt für Hörer Bäume.
  3. Das Produkt / die Verpackung / die Kampagne sieht sehr grün, ländlich, „gute alte Zeit“-mäßig aus. Der „Inhalt“ ist aber alles andere als nachhaltig oder ökologisch.
    Beispiel: Grünländer Käse von Hochland – die Verpackung suggeriert glückliche frei auf der Weide herumlaufende Kühe, auf der Verpackungsrückseite und klein wird erläutert, dass die Kühe sich im Stall frei bewegen können.
  4. Ist das anbietende Unternehmen transparent? Wie geht man mit Kundenanfragen um? Stehen auf der Website nur Platitüden, oder wird im Detail von den ökologischen und nachhaltigen Anstrengungen berichtet?
    Beispiel Amazon: auf den Verpackungen steht „Amazon ist sich seiner Pflicht zur Erhaltung einer guten Umwelt bewusst. Mehr als 90 % der Verpackungen können recycelt werden“ (bei Pappkartons), oder „Infos zum Recyceln unter …“ (bei Plastikumschlägen). Sucht man unter diesem Link, dann steht nur sinngemäß, was man schon vermutet hat „nicht kompostierbar, bitte in gelben Sack“.

Tipps, um nicht auf Green Washing hereinzufallen

  1. Werden Sie misstrauisch, wenn ein Anbieter / ein Unternehmen auf einmal, aus heiterem Himmel, seine Nachhaltigkeit preist oder Aktionen dazu fährt. „Dann pflanzen wir halt Bäume“ oder „Machen wir Blühstreifen für Biene“ liegt derzeit – leider – voll im Trend.
  2. Lesen Sie das Kleingedruckte auf den Verpackungen.
    Beispiel: Volvic-Bio-Rooibos Tee – mit genau 0,26 % Anteil Rooibos Tee und schöner roter Farbe, die von der Verpackung kommt …
  3. Schauen Sie sich die Unternehmens-Website an. Gibt es dort detaillierte Infos zur Produktzusammensetzung (Lebensmittel, Kosmetika usw.), zur Verpackung, zu den Nachhaltigkeits-Projekten?
    Beispiel Rügenwalder: im ersten Moment irritiert die Plastik-Verpackung bei den Veggieprodukten, auf der Website wird deren Ökobilanz ausführlich erläutert.
  4. Fragen Sie den Anbieter, schicken Sie eine Mail. Kommt eine individuelle Antwort, die konkret auf Ihre Frage eingeht, Transparenz zeigt – dann beweist das Unternehmen, dass es Sie als Kunden ernst nimmt.

Und wenn Sie selbst Green Washing vermeiden und nachhaltiges Marketing betreiben wollen – hier ist unsere Checkliste Green Marketing dazu.

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