Schon wieder ist ein Jahr herum. Mit Spannung werden die TV-Spots erwartet, die 2025 als schlechte oder gute Werbung empfunden wurden! Wie immer: Die „Hitparade“ ist rein subjektiv, unsere eigene Meinung findet sich ebenso wieder wie die Vorschläge der Follower auf unserem Bluesky-Account. Danke für die eifrigen Nomierungen, die ersten kamen schon im Sommer, mehr für „nervig“ als für „diesen TV-Spot finde ich klasse!“. Manchmal fragt man sich schon, ob nicht das Testbild netter und nervenschonender anzusehen wäre …
Diese TV-Spots haben gewaltig genervt
Erstaunlich viele 2025 erstmals ausgestrahlte TV-Spots landeten auf dieser Liste.
Platz 13: Linola
Die Juck-Kratz-Spirale – kennen wir doch alle. Nicht? Komisch. Wahrscheinlich nutzen wir alle schon das beworbene Produkt …
Platz 12: Vinted
Vielleicht gehören wir ja nicht mehr zur Zielgruppe. Aber diese Spots verstehen wir einfach nicht. O.k. zu viel kaufen oder zu viel von etwas haben, das kennen wir. Aber alle Hüte übereinander auf dem Kopf? Einfach nur zum Kopfschütteln …
Platz 11: Verivox
„Was kann der Verivox dazu?“ – dieser singende Plüschfuchs beschert dem wehrlosen Zuschauer einen ungewollten Ohrwurm. Das Gesinge bleibt im Ohr, da freuen sich die Marketer.
Platz 10: Tena Men
Blasenschwäche ist ein ernstes Thema. Schön, dass es Produkte dafür gibt. Denn man spricht es ja nicht gern an. Landete 2024 noch die Werbung für die Zielgruppe Damen auf der Liste, schaffte es 2025 das Pendant für den Herrn. Zitat: „nervige Werbung, alter Knacker bis auf die Unterbuxe nackisch mit Slipeinlage für Männer in der Hand“.
Platz 9: Old Spice
„Eindringling!“ Ein gut duftender Pirat? Gibt es nicht, der muss über die Planke. Genau wie dieser Spot. Skurril, unverwechselbar, aber so absolut nicht zum Kauf anregend.
Platz 8: „Mein Foto“
Dieser Spot war schon letztes Jahr genannt, es wurde nicht besser. Wir zitieren: „Die Dame die in diesem Spot singt, sollte lieber nur privat unter der Dusche singen.“
Platz 7: Vigantolvit
Ein gutes Testimonial (Katarina Witt) macht noch keine guten Spot. Dieser Wortwitz mit “Jeder zweite Erwachsene hat ein Vitamin-D-efizit” sei einfach zu schlecht, wurde mehrfach moniert.
Platz 6: Persil
Tiere sind immer ein Hingucker! Das dachten sich wohl die Macher des Persil-TV-Spots, in dem ein junge Paar einen total verdreckten streunenden Hund aufsammelt und in eine weiße Jacke eingewickelt nach Hause bringt. Jeder, aber wirklich jeder, der diesen Spot sieht, hatte die Assoziation: die waschen jetzt den Hund mit Persil! Weit gefehlt, der wurde anderweitig auf wundersame Weise sauber, nur die Kleidung des Paares strahlt dank des Wunderwaschmittels wieder …
Platz 5: Nivea Soft
Statt Hund soll es bei Nivea eine Katze richten. Die Frau im Spot schleppt die meiste Zeit – und völlig sinnbefreit – eine graue Katze mit sich herum, Warum? Wir gucken genauso verstört wie der Vierbeiner!
Platz 4: Sauvage
Schöne Landschaft, toller Puma, Johnny Depp – was kann da schiefgehen? Ganz einfach: die Überleitung zum Produkt. Denn was will uns dieser Spot sagen? Dass Mann mit dem Duft „Sauvage“ stinkt wie ein Puma?
Und nun das Podest – die drei „nervigsten TV-Spots des Jahres 2025“:
Platz 3: Trade Republic
Nun ja. Frühzeitig für den Nachwuchs finanzielle Vorsorge treffen ist ja gut. Dieser Spot aber mit der Aussage “Wer früher spart, ist sie eher wieder los.” wurde mehrfach nominiert – die Ironie kam wohl nicht so gut an.
Platz 2: Lenor Unstoppable
Wäscheparfüm? Wozu braucht eine frisch gewaschene Wäsche einen extra Duft? Dazu nervte der Kunst-Ausdruck „Freshtastik“ die Zuschauer.
Platz 1: Shopapotheke
Weiterhin unangefochten auf Platz ! Die ach so natürlich wirkenden Spots mit Günther Jauch verursachen mindestens Augenrollen, wenn nicht gar körperliches Unwohlsein. Gestellte „Alltagssituationen“, übertrieben deklamierter Text der ihn „zufällig“ treffenden Damen … und dann ordert Jauch vor der jeweiligen Fremden mal eben seine Medikamente in der Shopapotheke.
„Ehrennennungen“ bei den nervigsten TV-Spots
Unverändert nervig und trotzdem laufen sie weiter:
Always Discreet „Laufen lassen“ – zwei Damen beim Yoga. Sehr „diskret“ reden sie über Blasenschwäche. „Ätzend“. „Augen und Ohren mit Säure auswaschen danach“ lautete eine Meinung. Und so schrecklich, dass man sich oft noch nicht einmal das beworbene Produkt gemerkt hat, sondern diesen Spot Tena zuordnet … das Horrorergebnis jedes Marketingverantwortlichen! Unsere Empfehlung: nicht mehr „laufen lassen“!
Haribo – Erwachsene mit Kinderquietschstimmen sprechen zu lassen, wirkt genauso symphatisch wie „über Tafel kratzende Fingernägel“. Von wegen „Kinder und Tiere ziehen immer!“ … Wobei Haribo sich diese alte Marketingweisheit wohl genauso dachte – und zusätzlich zu dem Kindergequieke noch einen Menschen heraus und einen KI-genererierten Bären in die Colorado-Werbung nahm.
Hakle Toilettenpapier – Wir kapieren immer noch nicht, wie jemand auf die Idee kommt, die Klopapierrolle vor dem Aufhängen zu küssen.
“Ich kaufe Dein Auto”– Ralf Schuhmacher und seine so extrem realitätsfern wirkenden Spots sind ja schon fast Kult. Und wurden dieses Jahr mehrfach auf die Schippe genommen. Wir fürchten aber, dass die Macher der Spots diese ernst meinen … beim Zuschauen knirscht man schon mit den Zähnen!
2025 war kein gutes Jahr für gute Werbung
Nach dem Mut machenden Jahr 2024 gab es dieses Jahr wenig gute Werbung. Statt 7 gab es nur 4 Nomierungen. Die letztjährigen Lieblinge „SIMon Mobile“ und „Kater Peter von der Telekom“ fielen wohl Etatkürzungen zum Opfer.
Platz 4: Lego „Zombies“
Selbst Zombies werden munter, wenn es um Lego geht … mal eine etwas andere Werbung für die bunten Bausteine.
Platz 3: EDEK-A-Team
Alle Jahre wieder ist Weihnachten. Mit rührenden Spots. Oder Fress-Spots. Meist glückliche Familie am Tisch oder um den Baum. Hier sticht EDEKA dieses Jahr heraus. Mit einer Persiflage auf das A-Team. Urteil „richtig witzig und frisch“. Uns gefällt besonders das verschmitzte Lächeln der Anführerin des Teams!
Platz 2: Apple „Critters“
So befremdlich auch die Werbung für die i-phones ist, so nett ist dieser Spot aus dem Dezember: verschneiter Wald, beim Baumstamm-Übersteigen verliert ein Mann sein Smartphone. Das grapscht sich sofort ein tierischer Waldbewohner, andere kommen, sie haben ihren Spaß beim Filmchendrehen. Und wir unseren Spaß beim Zuschauen. Die Viecher sind keine kuscheligen Plüschtiere, auch keine Zeichnungen – sie sehen irgendwie wild, lustig, nett aus. Und nur ganz zum Schluss das Apple-Logo verrät, von wem der Spot ist.
Platz 1: Amazon „Rodelnde Omas“
Mit denen möchten wir gern mal Schlitten fahren! Zwar schon älter, aber weiterhin ein anrührender Spot: drei alte Damen sehen sehnsüchtig den Rodelhang hinauf. Eine bestellt bei Amazon Sitzkissen, und schon sieht man sie juchzend auch rodeln. Natürlich sieht man, dass es nicht real ist – und trotzdem freut man sich mit den Damen!
Fazit und unser Wunsch für 2026
Die Anzahl TV-Spots mit Untertiteln stagnierte leider. Ariel sei hier stellvertretend für alle genannt. Denn so verstehen auch Gehörlose die Spots.
Unsere Wünsche für 2025 ging jedenfalls nicht in Erfüllung, sondern wurden mit unvermindertem Werbedruck ausgestrahlt: dass die Damen „ihr positive Energie“ woanders „fließen“ lassen, bye bye Shopapotheke-Spots mit Herrn Jauch und Haribo möge bitte eine andere Werbeidee haben …
Daher versuchen wir es mal anders: Bitte, liebe TV-Spot-Macher, erschafft möglichst viele möglichst schlechte und nervige Werbung in 2026 – auf dass wir wieder viel zu lästern haben!
Hier sind noch unsere früheren Ausgaben:
2020 – „Gute Werbung, schlechte Werbung“
2021 – „Gute Werbung, schlechte Werbung – Edition 2021“
2022 – „Gute Werbung, schlechte Werbung – Edition 2022“
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