Geld regiert die Welt. Das galt früher, das gilt heute noch. Geld bewegt Menschen, etwas zu tun. Oder zu lassen … Solange Banken beispielweise Kredite für Fossilge-Energien-Projekte vergeben, und solange sich diese Projekte für Unternehmen noch rechnen, solange wird es keine ernsthafte Energiewende geben.

Kreditinstitute können den Megatrend zu mehr Nachhaltigkeit, zu mehr Verantwortungsbewusstsein (bei Unternehmen: CSR, Corporate Social Responsibility), zu anderen Werten versuchen auszusitzen. Und Business as usual betreiben. Oder sie sehen diesen Trend als Riesen-Chance, sich zu positionieren und zu differenzieren!

Finanzprodukte

1,3 Billionen Euro für fossile Energieträger wie Kohle und Öl – diese Summe haben die 24 beim Weltwirtschaftsforum in Davos vertretenen Banken als Darlehen vergeben. Nicht etwa vor langen Jahren – sondern zwischen der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens 2015 und 2019. Vielleicht auf den ersten Blick noch ein lukratives Geschäft – kurzfristig gesehen. Mittel- und langfristig lohnt es sich für Banken eher, in nachhaltige Branchen und Produkte zu investieren. Und grüne oder soziale Dienstleistungen zu finanzieren.

Denn der Kunde (privat oder Geschäftskunde), der seine Gelder bei einer Bank anlegt, hinterfragt immer kritischer, wo hinein sein Geld fließt. Und selbst wenn der Berater vor Ort es nicht weiß – zwei drei Suchen online, und schon ist der interessierte und sensibilisierte Kunde schlauer.

Zudem wächst eine Generation heran, die großen Wert auf Transparenz, Ökologie und Ethik legt. Hier können Banken mit nachhaltigen Produkten punkten. Die GLS Bank, Ethikbank, Triodos und die Umweltbank machen es seit Jahren vor. Der Newcomer Tomorrow gesellt sich nun dazu.

Ausrichtung der Bank

Wer keine Nachhaltigkeitsstrategie hat, dem werden inzwischen nur noch geringe Zukunftschancen eingeräumt. Und sich „schnell mal einen grünen Anstrich zu verpassen“, sprich einige Öko- oder soziale Projekte zu finanzieren, im Hintergrund aber weiter Waffenhandel, Kohleabbau und Kinderarbeit zu finanzieren – ein solches Vorgehen wird demjenigen krachend um die Ohren fliegen. Da hilft auch kein „lass uns ein paar Bäume pflanzen“ …

CSR ist kein Hype. Der Blick auf Ethik und Ökologie wird neben der Ökonomie immer wichtiger. Werte vor Rendite, so könnte das Motto lauten. Nachhaltigkeit muss im Kreditinstitut gelebt werden. Erst dann wird eine Bank glaubwürdig. Und sichert auch den zukünftigen Erfolg ihres Geschäftsmodells.

Kommunikation

Tue Gutes und rede darüber. So einfach ist es. Sparkassen und Volksbanken beispielsweise haben einen großen Nutzen für unsere Gesellschaft. Sie tragen Verantwortung. Sie sind (noch) in der Fläche vertreten, regional vor Ort und sind eigentlich „die Bank für jedermann“.  Warum wird das nicht stärker betont? Sondern versucht, mit „digital und online“ mitzugehen? Bei Letzterem gibt es viele Wettbewerber, ersteres ist ein echtes Differenzierungsmerkmal.

Jede Bank, jede Sparkasse sollte sich genau anschauen, wo ihr Nachhaltigkeits-Schwerpunkt liegt. Einen guten Rahmen dafür bieten die SDGs. Je nach Ergebnis die Stärken dann weiter ausbauen, die Schwächen abbauen. Und das Ganze kommunizieren – diese Informationen werden nicht nur für Kunden wichtiger, sondern auch beispielsweise auch im Recruiting für die Gewinnung neuer, und das Halten bestehender Mitarbeiter.

Risikobetrachtung

Selbst die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewichtet inzwischen die Aufstellung von Banken zur Nachhaltigkeit, zum Klimaschutz, kurz zur Sustainability. Sie empfiehlt generell, Nachhaltigkeitsrisiken stärker zu berücksichtigen. Und lässt das Ergebnis in die jeweilige Bewertung des Kreditinstitutes einfließen. Banken sollten also die Erstellung eines CSR-Berichtes nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance wahrnehmen. Hier kann man sich der Aufsicht, den Stakeholdern und den Kunden präsentieren. Und positiv positionieren.

Nachhaltigkeit ist eine Chance. Finanzdienstleister, vor allem Banken, sollten sie nutzen!